Was ist SAP Fiori?

SAP Fiori ist ein im Jahr 2013 veröffentlichtes Designkonzept der SAP. Weg von den unübersichtlichen Transaktionen der SAP GUI hin zu selbsterklärenden und leicht zu bedienenden Oberflächen, spezialisiert auf einzelne Prozessschritte.

Zentraler Einstiegspunkt für jeden User ist das Fiori Launchpad. In Form von Kacheln bzw. Cards sind hier nur die Applikationen zu sehen, die für die Erfüllung der jeweiligen Aufgaben im Unternehmen benötigt werden. Die Anwendung ist webbasiert und passt sich responsiv an alle gängigen Endgeräte an.

Bereits heute werden von SAP tausende Apps bereitgestellt, die ohne Entwicklungsaufwand in das Launchpad integriert werden können. Dadurch ist ein Großteil der aus der SAP GUI bekannten Geschäftsprozesse bereits in Fiori abgedeckt. Zudem stellt die SAP verschiedene Entwicklungsumgebungen und Erweiterungsmöglichkeiten bereit, um schnell bestehende Apps anzupassen oder neue zu entwickeln.

Designkonzept

Die SAP definiert fünf Designprinzipien, nach denen alle Fiori Apps entwickelt werden:

Rollenbasiert

Im Launchpad sehen Sie immer nur die Fiori Apps, die Sie brauchen, um Ihre Aufgaben zu erledigen.

Responsive

Die Fiori Oberfläche passt sich automatisch an die Größe und Art des Ausgabegeräts an, egal ob Sie Desktop, Tablet oder Smartphone verwenden.

Einfach

Die Anwendungen sind deutlich einfacher zu bedienen als die komplexen Transaktionen der SAP GUI.

Kohärent

Durch die standardisierte und einheitliche Gestaltung finden Sie sich besser zurecht und Sie können sich schnell einarbeiten.

Ansprechend

Die Apps sehen einladend aus und Sie können sie intuitiv bedienen.

Für die Umsetzung dieser genannten Designvorgaben existieren grundlegende SAP Fiori Design Guidelines

 

Technik & Architektur

Als technische Basis für Fiori dient SAPUI5 (SAP User Interface 5). Hierbei handelt es sich um ein von OpenUI5 abgeleitetes Framework, bestehend aus HTML5, JavaScript, XML sowie CSS. SAPUI5 eignet sich für die Erstellung von Webanwendungen im SAP- und non-SAP-Umfeld. Dabei werden bei solchen Webanwendungen die Oberfläche und die Datenbasis klar voneinander getrennt. Ein besonderes Merkmal ist die plattformübergreifende Kompatibilität von SAPUI5, da es sich um eine browserbasierte Technologie handelt.

Es ist möglich, mit Hilfe von OData-Services Daten aus CDS-Views (Core Data Services) oder ABAP-Programmen bereitzustellen und diese in einer Anwendung zu nutzen und weiterzuverarbeiten. Für die Übertragung der Daten aus dem SAP Backend (S/4HANA-System, ECC-, CAR- oder BW-System) nutzt OData HTTP. Die Modellierung der Daten erfolgt mit JSON oder XML.

Für die Frontend-Entwicklung von SAP Fiori Apps sowie SAPUI5 und openUI5 Anwendungen stehen mehrere Entwicklungsumgebungen zur Verfügung, z.B. SAP Web IDE, SAP Business Application Studio oder Eclipse.

Erweiterungen & Anpassungen

SAP Fiori Apps können um UI-Elemente und Daten erweitert werden. Dabei kann unter anderem zwischen den beiden Hauptarten Side-By-Side Extensibilty und In-App Extensibilty unterschieden werden.

Die In-App Extensibilty ist standardmäßig in vielen Fiori Apps vorhanden und kann auch ohne Programmierkenntnisse angewandt werden. Mit ihr kann in SAP Fiori App z.B. das Layout angepasst, ein Formular erweitert oder ein Label umbenannt werden.

Möchte ein Unternehmen komplett eigene benutzerdefinierte Anwendungen entwickeln kommt die Side-by-Side-Extensibility zur Anwendung.

Fiori Apps by clavis

Bei den "Fiori Apps by clavis" handelt es sich um eigenentwickelte Apps der clavis berater sozietät. Die Apps sind speziell auf die Wünsche der Kunden angepasst, entsprechen jedoch auch weiterhin den SAP Fiori Design Guidelines.

So haben wir für Unternehmen, die SAP WM auf einem SAP ECC oder SAP S/4HANA einsetzen und ihre mobilen Anwendungen bereits zukunftsfähig mit SAP Fiori gestalten möchten, diverse WM-Prozesse in jeweils einer mobilen Fiori App für SAP ECC und S/4HANA abgebildet:

  • Wareneingang
  • Einlagerung (von Lagereinheiten)
  • Umlagerung (Platz an Platz)
  • Queuegesteuerte Quittierung (z.B. zur Kommissionierung)
  • Inventur (inkl. manuelle Signatur)
  • Queue-Zuordnung